Der Verein (1951-2000)

90-jähriges Jubiläum des Musikvereins BochingenIm Jahre 1951 feierte der Verein das 75jährige Jubiläum der Musikkapelle. Das Fest nahm einen guten und würdigen Verlauf. Eine große Anzahl von Musikvereinen hat daran teilgenommen. Der Wettergott hatte, nachdem es am Samstagabend beim Festbankett geregnet hatte, am Sonntag und auch am Montag beim Kinderfest ein einsehen und bescherte das schönste Wetter. Ein Festzelt war damals noch nicht aufgeschlagen. Festpräsident war Albert Brandecker, ein besonderer Förderer des Vereins. Unser bewährter Dirigent Julius Traub übergab bei seinem Abschiedskonzert welches ihm zu Ehren im Jahre 1956 veranstaltet wurde den Dirgentstab - den er 34 Jahre geschwungen hatte - an Eugen Eichelmann. Julius Traub, der inzwischen 72 Jahre alt geworden war, wurde zum Ehrendirigenten ernannt. Seine Arbeit in den vielen Jahren wurde nicht nur vom Musikverein Bochingen, sondern auch von der Gemeindeverwaltung, den Bochinger Vereinen und allen Bürgern gebührend anerkannt. Dies kam bei dem Abschiedskonzert besonders deutlich zum Ausdruck. Auch der Bund Deutscher Volksmusiker würdigte seine musikalische Tätigkeit durch die Verleihung der goldenen Ehrennadel, der goldenen Dirigentennadel und der höchsten Auszeichnung - der Bundesförderer-Medaille. Auch nach seinem Abschied als Dirigent blieb er der deutschen Volksmusik treu. Bei jeder Veranstaltung des Vereins war er dabei und ergriff immer wieder den Dirigentenstab.
Eugen Aichelmann leitete die Kapelle bis zum Jahre 1959. Unter seiner Leitung nahm der Verein beim Bezirksmusikfest am 2.6.1957 in Spaichingen erfolgreich beim Wertungsspiel teil. Infolge Erkrankung musste Aichelmann seinen Dirgentenstab 1959 wieder abgeben. Aushilfsweise wurde die Kapelle von Alfons Krause geleitet. Ab 1960 übernahm Max Jost den Dirigentenstab. Ihm gelang es, die Kapelle in kurzer Zeit auf einen ansehnlichen Stand zu bringen und eine Jugendkapelle aufzustellen und auszubilden. Aus dieser Jugendkapelle konnte die aktive Kapelle aufgestockt und ergänzt werden. Aber auch Max Jost gab im Jahre 1963 das Amt des Dirigenten wieder ab, welches von Herrn Rädel aus Rosenfeld aushilfsweise übernommen wurde.
Ab 1964 übernahm der frühere Dirigent Eugen Aichelmann, nachdem sich sein Gesundheitszustand gebessert hatte, wieder die Kapelle. Durch Ausbildung von Zöglingen erhielt die Kapelle immer wieder Zuwachs, so gelang es dem Dirgenten Aichelmann dieselbe auf einem ansehnlichen Stand zu halten.
 
Am 9. und 10. Juli 1966 feierte die Kapelle das 90jährige Jubiläum. Dieses Fest verlief in jeder Beziehung einwandfrei. Was der Musikverein geplant hatte, das 90jährige Bestehen der Kapelle in bescheidenem Rahmen als Musikertreffen zu begehen, gestaltete sich in den zwei Tagen doch zu einem wohlgelungen Fest, vor allem zu einer Demonstration gutnachbarlicher Beziehungen untereinander und zu einer Kostprobe guter gepflegter Volksmusik. Begünstigt durch das strahlende Wetter und durch den guten Ruf, den sich die Kapelle in der Gemeinde erfreut und nicht zuletzt durch die guten Vorbereitungen und das eifrige Bemühen der Veranstalter ihre Gäste zufrieden zustellen, war jung und alt auf den Beinen, um das Jubiläum der Musikkapelle mitzuerleben. Zwölf Musikkapellen haben an dem Fest teilgenommen. Festpräsident war Bürgermeister Eduard Essig.
Am 4.6.1967 beteiligte sich die Kapelle beim Kreismusikfest in Villingendorf beim Wertungspiel und konnte in der Mittelstufe einen ersten Rang erzielen.
Im Juni 1968 musste der Dirgent Eugen Aichelmann den Dirigentenstab alters- und krankheitshalber endgültig abgeben. Ab 16. Juli 1968 wurde die Kapelle von Alfred Schobel aus Dietingen in einwandfreier Weise geleitet. Die Jugendausbildung führte ab 1969 Georg Musialik durch.
Am 30. Juli 1968 ist unser Ehrendirigent Julius Traub im Alter von 84 Jahren völlig unerwartet und überraschend für immer von uns gegangen. Ein Schlaganfall hat seinem Leben ein schnelles Ende bereitet. Die Musikkapelle hat ihn mit allen Ehren zum Grabe geleitet.
In der Generalversammlung am 22. März 1969 standen auf der sehr umfangreichen Tagesordnung auch Neuwahlen des gesamten Vereinsauschusses. Der seitherige Vorstand Josef Söll richtet an die Versammlung die Bitte, von einer Wiederwahl seiner Person abzusehen. Die Versammlung wählte einstimmig Adolf Walheim zum 1. Vorstand. Walheim gehörte bereits seit 1950 dem Ausschuss an, zunächst als Notenwart, dann als 2. Vorstand und Geschäftsführer. Der 2. Vorstand, Bürgermeister Essig, die Vertreter der Aktiven und Passiven Paul Holzer und Günther Stede und Schriftführer Alfred Haag wurden in ihren ämtern bestätigt. Für den seitherigen Kassierer Anton Ettwein, der bat von einer Wiederwahl abzusehen, wurde Max Heizmann gewählt. Zum Jugendleiter und stellvertretenden Dirigenten wurde Georg Musialik gewählt. Dieter Stede wurde Notenwart, Erich Bauer Geschäftsführer. Der seitherige Vorstand Josef Söll wurde von der Versammlung einstimmig zum Ehrenvorstand ernannt.
Nachdem Dirigent Alfred Schobel aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellte, übernahm Georg Musialik die musikalische Leitung der Musikkapelle. Die Jugendausbildung wurde dann von Karl-Heinz Rohrer weitergeführt. Die Weihnachtskonzerte der nächsten Jahre wurden mit dem TV Bochingen - der ein Theaterstück aufführte - veranstaltet. Da die Uniformen nicht mehr zeitgemäß waren, wurden 1972 neue Uniformen angeschafft. Im Jahre 1974 mussten wir unseren Ehrenvorstand Josef Söll zur letzten Ruhe begleiten. Er hat sich während seiner nahezu 30jährigen Vorstandstätigkeit durch seinen unermüdlichen und selbstlosen Einsatz dem Wohle des Vereins verdient gemacht. 1975 wurde das große Narrentreffen in Bochingen und ein Narrentreffen in Zürich musikalisch mitgestaltet.
 
100-jähriges Jubiläum des Musikvereins BochingenVom 11. bis 14. Juni 1976 wurde das 100jährige Bestehen des MV Bochingen gebührend gefeiert.
Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt der durch Funk und Fernsehen bekannten Kapelle die Flippers.
Unter der Leitung von Rainer Jauch nahm 1978 zum ersten mal unsere Jugendkapelle am Weihnachtskonzert teil.
Dirigent Georg Musialik legte 1979 nach 10 Jahren Tätigkeit seinen Taktstock nieder.
Von 1979 bis 1983 übernahm Karl Frommer aus Böhringen die musikalische Leitung der Musikkapelle. Unter seiner Leitung wurde das musikalische Niveau erheblich gesteigert. Es wurden dann auch wieder rein musikalische Weihnachtskonzerte veranstaltet. Die Jugendarbeit wurde weiter verstärkt und so nahm die Jugendkapelle 1981 in Wilflingen und 1982 in Winzeln am Wertungsspiel mit großem Erfolg teil.
In den Jahren 1984 und 1985 wurde der Dirigentenstab von H. Hettich aus Rottweil und Toni Bächle aus Heiligenzimmern übernommen.
Im Oktober 1985 übernahm Walter Weihermüller aus Oberndorf die musikalische Leitung. Bereits im Dezember konnte ein Doppelkonzert mit dem MV Bösingen auf musikalisch hohem Niveau veranstaltet werden. Unter seiner Leitung nahm die Kapelle 1986 am Wertungsspiel in Vollmaringen teil. Erstmals seit Bestehen der Kapelle stellte man sich den Wertungsrichtern in der Oberstufe und erspielte sich einen hervorragenden ersten Rang.
 
110-jähriges Jubiläum des Musikvereins BochingenVom 13. bis 16. Juni 1986 wurde das 110jährige Jubiläum gebührend gefeiert. Zu diesem Jubiläum wurde auch eine neue Uniform angeschafft.
Im Juli 1986 gestaltete die Musikkapelle ein Kurkonzert in Vitznau am Vierwaldstätter See. Auf den Werbeplakaten wurde zur Erheiterung vieler mit "Stadtkapelle Bochingen" geworben.
Im Dezember 1988 verließ uns Dirigent Walter Weihermüller, der eine Dirigentenstelle in Idar-Oberstein antrat.
Bereits nach der Fasnacht 1989 konnte der Ausschuss einen jungen und sehr talentierten Dirigenten verpflichten, es war Wolfgang Wössner aus Rötenberg.
Neben seinem Musikstudium in Karlsruhe übernahm er die musikalische Leitung. Im Jahr 1989 wirkte die Kapelle an einem Sommerfest des Musikvereins Lustenau/Voralberg mit. Am 27. Mai 1990 nahm die Musikkapelle am Wertungsspiel in Denkingen teil. In der Mittelstufe wurde mit dem Wertungsstück König Lear ein hervorragender 1. Rang mit Auszeichnung belegt.
Dank einer großzügigen Geldspende des Ehepaars Frieda und Otto Digiser konnte eine Vereinsfahne angeschafft werden. Vom 8. bis 11. Juni 1990 wurde mit einem großen Fest die Fahnenweihe unter Mitwirkung der Musikkapelle Lustenau begangen. Ein Doppelkonzert mit dem MV Schenkenzell beschloss das musikalische Jahr. Das Konzert verzögerte sich erheblich, da der Bus der Schenkenzeller Musikkapelle in Oberndorf mit Motorschaden liegenblieb.
Das Jahr 1993 war für den Verein sehr ereignisreich. Im Juni startete man nach Thierville/Frankreich zum Johannisfeuer und erlebte dort zwei eindrucksvolle Tage. Eine weitere Dienstreise führte die Kapelle nach Merdingen/Baden zum Weinfest, wo zum Frühschoppen aufgespielt wurde. Der letzte Höhepunkt des Jahres 1993 war die CD-Aufnahme für den Narrenring Oberer Neckar.
Nach 5jähriger Dirigententätigkeit wurde 1993 Wolfgang Wössner verabschiedet. Er trat die Stelle des Stadtmusikdirektors in Schwenningen an.
 
Ausflug des Musikvereins nach Brixen / SüdtirolSeit 1994 wird die Musik- und Jugendkapelle von seinem Bruder Thomas Wössner geleitet. Unter seiner Stabführung wurden Veranstaltungen und Konzerte im In- und Ausland durchgeführt. So spielte man unter anderem 1996 ein Platzkonzert in Bad Cannstatt beim Gottlieb-Daimler-Stadion und reiste für 2 Tage nach Brixen/Südtirol zum Almabtrieb. 1998 war die Kapelle mit ihrem neu gewählten Vorstand Oliver Kammerer zu Gast in Falkenstein/Vogtland. Im selben Jahr spielte die Kapelle auf dem Cannstatter Volksfest im Alpirsbacher Zelt Stimmungsmusik der Extra-Klasse. Beim Weihnachtskonzert 1998 wurde Karl-Heinz Rohrer aufgrund seiner herausragenden Verdienste um den Musikverein zum Ehrenvorstand ernannt.
Beim Konzert 1999 wurde Max Heizmann und Karl-Heinz Rohrer als Anerkennung für ihre langjährige verantwortunsgvolle Tätigkeit im Ehrenamt die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen.
Bei der Generalversammlung im Januar 2000 übernahm Armin Rohrer das Amt des ersten Vorsitzenden, der bisherige Vertreter der Aktiven Wolfgang Wingerath wurde zum stellvertretenden Vorstand gewählt. Musikalisch begleitete man das große Narrentreffen anlässlich des 75jährigen Jubiläums der Narrenzunft Bochingen. Im frisch restaurierten Kronesaal veranstaltete der Musikverein zum ersten Mal einen Tanz in den Mai, drei Wochen später startete der Verein zum Ausflug nach Trippsdrill. Den Abschluss des Jahres 2000 bildete das traditionelle Weihnachtskonzert, welches laut Dirigent Wössner als bisher bestes Konzert während seiner Zeit in Bochingen in die Vereinsgeschichte eingeht.