Perfekter Nährboden, um Neues anzugehen

Es könnte besser nicht sein – im 140. Jahr seines Bestehens präsentiert sich der Bochinger Musikverein auf musikalisch hohem Niveau, mit einer beachtenswerten Nachwuchsarbeit und solidem finanziellen Polster.

Oberndorf-Bochingen. Noch viel mehr aber wiegt die stimmige Harmonie zwischen Aktiven, Dirigenten und Vorstand. Eine solche Basis aus "Kameradschaft, Motivation und Zufriedenheit", wie es der Vorsitzende Roland Hauser ausdrückte, ist der perfekte Nährboden, Neues anzugehen, höhere Ziele anzupacken.

Mit Stefan Hauser, der im vergangenen Jahr mit seiner Jugendkapelle von der Fachjury mit der Bestnote bedacht wurde, und Michael Müller, der in diesem Jahr mit der Hauptkapelle am Wertungsspiel teilnimmt, hat der MVB zwei überaus engagierte Dirigenten, die sich am Puls der blasmusikalischen Zeit bewegen, Akzente setzen – aber eben immer so, dass der Spaß am Spielen nicht die Priorität verliert. Dies scheint wohl das Erfolgsrezept zu sein, für das auch die Anzahl von 38 Jungmusikern spricht. Da lag die Entscheidung nahe, das diesjährige Jubiläumskonzert am 3. Dezember aus eigenem Potenzial zu bestreiten, indem die "Beginners", die "Youngsters" und die Hauptkapelle auftreten – ein Novum in Zuversicht gekleidet. Dass diese gerechtfertigt ist, dafür lieferte Jugendleiter Thomas Hauser in seinem Jahresbericht auch gleich den Beweis, den er in die Schwerpunktbereiche Proben und Auftritte, Freizeitaktivitäten, Bläserklasse, Ausbildung und Lehrgänge sowie den Ausblick gliederte.

Ausschuss 2016Über die Bläserklasse im Grundschulbereich, die Zusammenarbeit mit der Musikschule und den vereinsinternen Ausbildern ist die Aufbauarbeit engmaschig geknüpft und spricht für das Konzept, das vom gesamten Jugendteam getragen und umgesetzt wird. Dass es aber auch offen ist für Neueinsteiger und Umsteiger, dass Kinder verschiedene Instrumente ausprobieren können, ihre Neigung entdecken dürfen, ohne für die Eltern große Kosten zu verursachen – auch das ist nicht zu unterschätzen.

Zusätzlich zu den 25 öffentlichen Auftritten der Hauptkapelle mussten noch viele Veranstaltungen gestemmt werden, um den Zweckbetrieb zu finanzieren – diese Mehrbelastung ließe sich nur über ein funktionierendes Miteinander bewerkstelligen, davon zeigte sich der Vorsitzende überzeugt. Und so konnte auch Jennifer Heim über ein Plus in der Kasse informieren, wobei sie ausdrücklich auf die hohe Spendensumme verwies.

Wenn dann Dirigent Michael Müller von der Gabe spricht, sich "vorurteilsfrei auf etwas einzulassen, Verantwortung zu tragen für Entscheidungen, vom Glauben, an das eigene Tun und dem Vertrauen, es auch bewältigen zu können", dann spürt man, dass beide Seiten zusammengewachsen sind. "Die Fasnet in Bochingen ist toll, und sie aktiv mitzugestalten macht unheimlich Spaß", so Müller, der in der Kapelle "Trotzdem" mitspielt und von einem "einzigartigen Highlight" spricht.

Ortsvorsteher Martin Karsten dankte für den Einsatz als Kulturträger des Stadtteils und "Repräsentant auf hohem Niveau".

Bewährt hat sich auch die Einführung von Assistenten, die den einzelnen Bereichen zugeordnet sind. So lassen sich Aufgaben im Teamwork besser verteilen, das Hineinschnuppern in einen Tätigkeitsbereich ist gewährleistet. Und so findet sich auch viel leichter Nachwuchs für das Führungsgremium.
Dass sich – mit Ausnahme von Jochen Arnold – alle Mandatsträger zur Wiederwahl stellten, spricht ebenfalls für das gute Klima. Roland Hauser bleibt ein weiteres Jahr an der Spitze des Vereins, Karin Dengler fungiert als seine Assistentin. Jennifer Heim führt die Kassengeschäfte für ein Jahr weiter, obwohl sie private Veränderungen von Bochingen wegführen. Wolfgang Wingerath wird sich im Jubiläumsjahr um den Wirtschaftsbetrieb kümmern und Katrin Keller steht als zweite Assistentin zur Verfügung. Viola Juchter bleibt stellvertretende Schriftführerin, und Thomas Schmelzle komplettiert die Dreiergruppe um Schriftführer Stefan Hauser.
Thomas Bürkle bleibt stellvertretender Jugendleiter und die Stelle des ausscheidenden Jugendleiterassistenten Jochen Arnold bleibt auf Wunsch der Vereinsleitung unbesetzt.

 

Quelle: Claudia Holzer-Rohrer, Schwarzwälder Bote Oberndorf

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