Mit guter Musik hautnah am Publikum

Schwenninger Stadtmusikanten, Markus Riedel und die Bochinger Kapelle begeisterten im Kronesaal

Oberndorf-Bochingen. "Musik live und hautnah" stand diesmal ganz im Zeichen von Polkas, Märschen und Walzern, denn der Bochinger Musikverein hatte zum volkstümlichen Musikantenstadl in den Kronesaal geladen.

Mit einem anspruchsvollen und ansprechenden Programm sowie durch Präzision bestechend bestätigten die Schwenninger Stadtmusikanten eindrucksvoll die WOrte ihres Vorsitzenden Jürgen Jauch: "WIr haben uns dieser Literatur verschrieben, die große Blasorchester nie spielen, und bringen unser ganzes Herzblut in diese kleine Besetzung ein". Das war dann auch vom ersten bis zum letzten Takt zu spüren, wobei Stadtmusikdirektor Wolfgang Wössner eine differenzierte Auswahl getroffen hatte, um zu demonstieren, wo seine Musiker musikalisch überall zu Hause sind.

Live und hautnah 2008Und so reichte das Repertoire von Michael Klstermann über die Klassiker von Ernst Mosch bis Wilfried Rösch im Bereich der deutschen Blas- und Volksmusikszene. Herrlich anzuhöhren waren auch die tschechischen Besetzungen mit den sehr hohen und schnellen Weisen. Mit dem solistischen Mittelteil wurde die Erwartungshaltung an die Einzelakteuere erfüllt.

So spielten sich zuerst Heinz Wössner und Herbert Laufer mit den Tenorhörnern in den Vordergrund, und niemand blieb unberührt von den Trompetenklängen der Solisten Stefan Zwerschina und Klemens Reich. Doch wollte der Beifall keine Ende nehmen für Wolfgang Wössner, der den "Gesang der Lerche" mit seiner Klarinette so wundervoll aufnahm.

"Musik aus Wien und anderswo", so das Kontrastprogramm von Markus Riedel, der sich auszeichnet durch musikalisches Talent, persönlichen Stil und authentische Art der Präsentation. "Hautnah" gingen den Zuhörern seine Texte, voll aus dem Leben, gespickt mit Witz und Ironie sowie mit ausdrucksvoller Mimik vorgetragen.

Mit seinem sicheren Gespür für Publikumswirksamkeit hatte Thomas Wössner für die gastgebende Kapelle einen Vortragsblock volkstümlicher Musik für große Blasorchester arrangiert, wobei er auf Gesang, solistische Höhepunkte, Ohrwürmer und neue Hits in perfektem Wechsel setzte. Janine Wössner und Dieter Zündel sangen sich in die Herzen der Zuhöhrer, einfühlsam entlockte Stefan Hauser seinem Saxophon die weichen Töne, und für Jenny Krauter wurde der Abend zur Premiere an der neuen Piccolo-Flöte.

Mit "Sai Anju Ma Au" hatte der Bochinger Dirigent eine wunderschöne indonesische Volksweise eingeübt, dessen Wirksamkeit durch das Gesangsduo gesteigert wurde. Auch die Ballade "Somethin' Stupid" wurde in das musikalische Geflecht von Polka, Marsch und Walzer eingebunden. Das Motto "Musik live und hautnah" wurde in dieser Form auf überzeugende Weise realisiert.

Dafür gab es vom Vorsitzenden des Bochinger Musikvereins, Roland Hauser, ein dickes Dankeschön am Ende des offiziellen Programms, das sich durch die geforderten und natürlich auch gewährten Zugaben entsprechend ausweitete.

 

Quelle: Claudia Holzer-Rohrer, Schwarzwälder Bote Oberndorf

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