Spannung entsteht aus Vielfalt und Kontrast

Oberndorf-Bochingen. Jugendliche Beschwingtheit, thematische Auseinandersetzung in anspruchsvoller instrumentaler Präzisionsarbeit und mitreißendes Temperament mit solistischen Showeffekten, so weit und bunt war der Bogen gespannt beim vorweihnachtlichen Konzert in der Bochinger Festhalle.

Konzert 2010"Musikalischen Hochgenuss" hatte der Vorsitzende Roland Hauser angekündigt. Auf individuelle und demzufolge unterschiedliche Weise – was eben für die anhaltende Spannung sorgte –, wurden die Dirigenten Stefan Hauser, Thomas Michelfeit und Gabor Fehervari diesem Anspruch mehr als gerecht. Die Literatur angepasst an das Profil seiner jugendlichen Musiker, die sich erstaunlich gereift präsentierten, führte Stefan Hauser seine "Youngsters" mit sicherer und ruhiger Hand durch den Auftakt. Liebliche, leichte und perlende Töne entlockte Viola Juchter ihrer Querflöte in "Little Concerto". Leichtigkeit und Spielfreude dominierten auch in "Zauberland".

Mit dem Contest March "Mercury" stellten sich die Gäste aus Villingendorf vor. Für Programmmusik hatte sich Musikdirektor Michelfeit entschieden, und wenn man mit 65 Aktiven aus "dem Vollen schöpfen" kann, dann lassen sich die vier Sätze von "Wind in the Willows" auch wagen. Wunderschön zeichneten die einzelnen Register die wechselnden Stimmungen und Geräusche der Tiere nach. Qualitativ ebenso hochwertig vorgetragen wurde das "Concerto for Marimba and Wind Ensemble". Gebannt verfolgten die vielen Zuhörer die faszinierende Vorstellung der jungen Solistin Judith Kramer am Marimbaphon. Die Urwald-Szenerie in Töne gekleidet wurde in "Jungle", und auch als sich der "Polarexpress" in Bewegung setzte, fanden die Worte von Moderator Karl-Heinz Bachmann "nur wer die Musik versteht, kann sie im Hören auch erleben" Bestätigung.

Zu vorgerückter Stunde hieß es für den Gastgeber, hier anzuknüpfen. Der furiose Einstieg in "Adventure" war bezeichnend für das Tempo und die Dynamik, weckte die Neugier und nährte die Erwartungshaltung. Letztere brach sich im stürmischen Applaus für Christoph Keller, der als Solist an der Posaune in "Caucho" publikumswirksam aufspielte. Selbstbewusst, leidenschaftlich und intensiv dirigierte Gabor Fehervari das Bochinger Kontrastprogramm, das sich mit der mystischen Geschichte von "The Witch and the Saint" fortsetzte. Die Soloklarinette spielend und gleichzeitig tanzend drückte er dem "Csardas" den Stempel auf. Auch die "Kleine Ungarische Rhapsodie" – in stimmungsvoller Rhythmik vorgetragen –, war ein Bekenntnis zu seinen Wurzeln und Ausdruck seiner prägenden Eigenschaften als Dirigent. Obwohl die Zeiger der Uhr sich auf Mitternacht bewegten, erklatschten sich die aufmerksamen und begeisterten Zuhörer ihre gewünschten Zugaben.

 

Quelle: Claudia Holzer-Rohrer, Schwarzwälder Bote Oberndorf

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